In Berlin gibt es nichts, was es nicht gibt! Da muss man nicht erst ins KadeWe gehen -
diesem Einkaufs- und Feinkosttempel der S-Klasse im Westen, wo man unter 60 Brotsorten
und 300 Käsearten wählt. Oder sind es noch mehr? Berliner waren von jeher dafür bekannt,
dass sie jede neue Mode mitmachten - in den Zwanziger Jahren blühte das Nachtleben, in
Tanzlokalen schwang man bereits am Nachmittag das Tanzbein, die Gartenlokale brummten wie
ein Bienenstock, vor Rotlicht-Lokalen blickten Rausschmeißer den männlichen Gästen fest
ins Auge, in Kabaretts wurde das politische und das Alltagsleben persifliert, aus Jazzclubs
drangen die ersten subversiven Rhythmen.
Wenig hat sich geändert: Heute ist Berlin wieder das Mekka der Partygänger, der Galeristen
und aller Arten von Freaks, der Individualisten, Flaneure und Stadtneurotiker. Alles ist
zu koofen, aber nicht jeder kann es sich leisten. Dafür hat jeder ein
FFS. Der
eigene Bürgermeister nannte seine Stadt arm, aber sexy, und das mag den Kern auch treffen.
Berlin besteht wie eine Zwiebel aus vielen Schichten, die sich an manchen Hot Spots durchmischen,
anderenorts hübsch getrennt bleiben. Alles geht einen Tick schneller vor sich.
Einkaufen in Berlin
Genauso ausgehsüchtig kauflustig ist er, der Berliner. Während der Frontstadt-Zeit blühten die
Flohmärkte, heute haben ihnen die Secondhand-Shops und kostenlosen Kleinanzeigen im Internet den
Rang abgelaufen. Wenn der Berliner eines besonders liebt, dann Geld aus dem zu machen, was zuhause
herumliegt: Porzellanhunde, Nippes, Leder-Dessous, Gameboys,
Etagenbetten,
I-Phones,
Aquarium, Hanteln, Schulrucksack,
ausgediente Aktenordner, CDs, Atlanten und Merian-Hefte, Marilyn Monroes Lebensbeichte und Honeckers
Memoiren - alles muss raus.
Denn es kommt ja täglich wieder Neues rein. In Berlin kann man mit Leidenschaft in großen Buchhandlungen
stöbern, stundenlang CDs
anhören, in Lounges und Hotellobbys abhängen und sich in Coffeeshops die Zeit
mit Online-Spielen und kostenlosem W-Lan vertreiben - bevor man in den Stadtdschungel abtaucht und die
Schokoladengeschäfte, Trödelläden, Einkaufsgalerien und jungen Modelabels unsicher macht. Designer-Outlets
(u.a. werden Marken wie Mango
angeboten) haben Hochkultur, und wenn der Berliner ein Tier besonders liebt, dann ist es die Dogge in einer
2-Zimmer-Wohnung.
So isser, der Berliner, immer tierlieb, nie auf die Schnauze gefallen. Autos, wie ein neuer
BMW oder
Mazda,
sind nicht für jeden ein Muss, in vielen Vierteln dominiert das Fahrrad. Statussymbole
braucht diese Stadt nicht, sie ist es ja selbst schon genug.
Wohnen in Berlin
Für Touristen gibt es verschiedene Routen. Während des Stadtmarathons, der Grünen Woche oder des Karnevals
der Kulturen explodieren die Hotelpreise. Auch außerhalb Berlinale, ITB und Funkmesse gibt es in dieser Stadt
jede Menge zu sehen: Von den Museen und Ausstellungen über Bauwerke bis zum Berliner Untergrund. Stadtführungen
(s. kostenlose Kleinanzeigen) gibt es zu jedem Thema. Angesagte Viertel sind der Hackesche Markt, Kreuzberg,
Mitte, Schöneberg, Prenzlauer Berg und die Villenvororte Nikolasee und Wannsee mit ihren stillen Wasserflächen,
an deren Ufern man sich auf dem Land wähnt.
Der Grunewald und die Traumschlösser und Parks in Potsdam sind einen Besuch wert! Die Reichtstag-Kuppel
oder die Aussichtsplattform des Französischen Doms verhilft zu einem berauschenden Panoramablick. Dass
Berlin auch ein Eldorado für Kinogänger, Konzert- und Dreisterne-Restaurant-Besucher, Thekensteher und
Clubber ist, muss wohl nicht besonders erwähnt werden. Während in München die Nächte kurz sind, kennt
Berlin keine Sperrstunde.
Berliner sind Mieter, das Eigenheim ist an den Stadtrand verbannt. Die jahrzehntelang subventionierten
Mietpreise zogen mit der Ankunft der Bundesregierung, dem Wachsen des Potsdamer Platzes und der
zunehmenden weltläufigen Arriviertheit der Hauptstadt an, Immobilienpreise hielten mit. Verglichen mit
anderen Metropolen sieht es noch gut aus. Über kostenlose Kleinanzeigen tauscht man Wohnungen oder
greift Immobilienschnäppchen ab.
Auch Sony
Produkte sind beliebt. Ein Fundus voller Optionen - das ist Berlin.
...weniger