Ballonfahrten – Mit dem Wind durch die Luft
Ballonfahrten
Ballonfahrten in den Bergen

Schon seit dem Jahre 1783 fährt die Menschheit in Heissluftballonen durch die Lüfte. Damals kamen die französischen Gebrüder Montgolfieres auf die Idee, dass eingepackte heisse Luft leichter ist als Kalte. Es war die Geburt der Ballonfahrt und vor allem der Luftfahrt. Sie bauten eine bunte Hülle aus Leinen und Stoff, fachten ein riesiges Feuer an und zogen mit Hilfe eines Seilsystems die Ballonhülle über das Feuer. Es funktionierte! Ab einer bestimmten Temperatur hob er Ballon ab.

Seitdem durfte nur der Adel Ballonfahren und sich über die „Köpfe des Pöbelvolkes“ erheben. Somit kommt heutzutage jeder Ballonfahrer zu einem Adelstitel. Zu diesen Zeiten entstand auch der Begriff „Ballonfahren“. Die damaligen Ballonfahrer fuhren im Himmelsmeer mit ihren Luftschiffen und nannten sich Luftschiffer. Wer heute das Wort Ballonfliegen benutzt, muss eine Runde an alle anwesenden Ballonfahrer ausgeben.

Heute fahren die modernen Heißluftballone immer noch mit demselben Prinzip – nur, dass sie einen modernen Propangasbrenner mit einer Leistung von ca. 5000 Kilowatt an Bord haben. Die Ballonhülle besteht aus dünnem Nylon-Polyesterstoff, welche innen hitzebeständig ist. Somit kostet heute ein moderner Heissluftballon ab 50.000 EUR aufwärts.

Ballonfahrt in Süddeutschland
Ballonfahrt von unten

Der Aufbau eines Ballons dauert ca. 45 Minuten. Der Korb wird mit dem Brenner verbunden und mit mindestens vier Gasflaschen, die das Propangas enthalten, beladen. Die Hülle wird anhand Karabinern und Stahlseilen am Brennerrahmen befestigt und anschließend aus dem Hüllensack gezogen. Nun liegt ein ca. 25 Meter langer Stoffschlauch vor einem, der nun mit einer Windmaschine zunächst mit kalter Luft gefüllt wird.

Ist der Ballon zu dreiviertel mit kalter Luft gefüllt, fängt der Pilot an den Ballon heiss zu füllen. Langsam steht der Ballon auf und die Passagiere klettern in den Korb. Nun dauert es nicht mehr lange und der Ballon hebt ab.

Eine Ballonfahrt dauert dann meist zwischen 60 und 90 Minuten – abhängig von der Außentemperatur, der Beladung, den Windverhältnissen und dem Landegelände. Denn ein Ballon kann nicht gelenkt werden, sondern treibt mit dem Wind. Der Pilot kann nur durch die Höhe verschiedene Richtungen ansteuern, aber Glück gehört immer dazu sofort einen geeigneten Landeplatz zu finden.

Winter Ballonfahrt
Winter Ballonfahrt

Bei der Landung des Ballons fährt der Ballonpilot seine Landewiese in niedriger Höhe an und zieht einige Meter vor den Landung das Parachute auf, eine Fallschirmartige Öffnung am oberen Ende des Ballons. Somit gelangt die heiße Luft aus dem Ballon und der Korb setzt auf.

Heute gibt es ca. 200 professionelle Luftfahrtunternehmen in Deutschland, die Ballonfahrten bundesweit anbieten. Allein in Bayern gibt es ca. 30 zertifizierte Unternehmen, in Baden Württemberg ca. 20. Ballonclubs bieten nicht die hohen Sicherheitsstandards, nehmen aber zum Selbstkostenpreis ebenfalls Gäste im Ballonkorb mit. Dort kann man auch das Ballonfahren als Pilot erlernen.

Doch nicht nur durch Berichte von normalen Ballonfahrten spricht man über diesen jungen Luftsport. Im Jahre 1979 gelang es 2 Familien aus der ehemaligen DDR nach Westdeutschland zu flüchten. Die spektakulärste DDR-Flucht war gelungen.
Ebenfalls in den Medien war die erste Weltumrundung im Ballon 1999. Dem Schweizer Bertrand Piccard und dem Briten Brian Jones gelang mit einer Roziere (einem Mischling aus Heissluft- und Gasballon) die Nonstop-Umrundung ohne Landung. In einer Hightech Gondel gelang es ihnen den schnellen Jetstream zu nutzen und somit innerhalb 10 Tagen um die Welt zu fahren.
Spektakulär sind ebenfalls große Ballontreffen, bei denen mehr als 1.000 Ballonfahrer gleichzeitig in die Luft steigen. So die Air Mondiale im französischen Metz, bei dem knapp 1.200 Heissluftballone starten werden. Dies wird der Weltrekord im Massenaufsteigen von Heissluftballonen werden.

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