Bierkrug 0,25l Baden-Württemberg, Sinner Brauerei Karlsruhe
Bierkrug 0,25l Sinner Brauerei Karlsruhe, Steinzeug beige Siebdruck glaciert, Höhe 10 cm, Durchmesser Boden 8 cm, Durchmesser Öffnung 6,3 cm, Gewicht: 288 Gramm, gebraucht Versand: Hermes bruchsicher 4,50 Die Sinner AG ist ein 1885 von Georg Sinner im Karlsruher Stadtteil Grünwinkel als Gesellschaft für Brauerei, Spiritus und Presshefenfabrikation gegründetes Unternehmen, das heute als Immobilienunternehmen seine ehemaligen Betriebstätten auf einem 140.000 m großen Areal im Zentrum von Grünwinkel entwickelt und verwaltet. 1820 erwarb der Staatsrat Wilhelm Reinhard den ehemaligen Gutshof Kreenwinkel der Markgräfin Sybilla Augusta von Baden, in dessen Anlagen bereits seit dem 18. Jahrhundert Bier gebraut wurde und verpachtete die Fabrikgebäude in der Durmersheimer Straße 55 noch im selben Jahr an den Chemiker Anton Sinner, der neben dem Brauereibetrieb auch eine Farbenfabrik einrichtete. Beides gab er nach kurzer Zeit aber wieder auf und produzierte nur noch Essig sowie Bleiacetat zur Farbstoffgewinnung und als Süßungsmittel. Ab 1845 übernahm Anton Sinners Sohn Georg Sinner die Leitung und erwarb 1849 für 27.000 Gulden das ehemalige Hofgut. 1885 wurde daraufhin die Gesellschaft für Brauerei, Spiritus und Presshefenfabrikation im Karlsruher Stadtteil Grünwinkel gegründet, die sich in den Folgejahren zu einem international tätigen Nahrungsmittelhersteller entwickelte. So wurde ab 1857 die Bleizuckerverarbeitung aufgegeben und stattdessen eine Stärkeproduktion, eine Presshefefabrik und eine neue Brauerei eingerichtet. Am 2. Dezember 1880 kamen beim Einsturz eines neugebauten Kellergewölbes der Brauerei zwölf Mitarbeiter ums Leben. Nach dem Tod von Georg Sinner 1883 übernahm sein Sohn Robert Sinner unterstützt von seinen Brüdern und Schwägern das Unternehmen und wandelte die OHG 1885 unter dem Namen Gesellschaft für Brauerei, Spiritus- und Preßhefefabrikation vorm. G. Sinner AG in eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz um. In den Folgejahren expandierte man besonders in die Bereiche Presshefe und Spiritus. 1890 entstand eine neue Faßschwenkhalle. Von 1891 bis 1893 wurden die heute noch teilweise erhaltene Großmühle an der Durmersheimer Straße und ein Lagerhaus im Rheinhafen erbaut. Durch Gründung weiterer Presshefefabriken und Spiritusbrennereien in Durmersheim, Mannheim-Käfertal Luban (Posen) Groß Massow (Pommern), Angenstein (Schweiz) sowie im italienischen Sesto San Giovanni entwickelte sich das Unternehmen ab 1888 zu einem europaweit operierenden Lebensmittelkonzern. Eine eigene Reederei sowie eigene Verkaufsfilialen in Frankfurt am Main, München, Pforzheim, Mannheim, Stuttgart und Saarbrücken kamen hinzu. Eine 5 km langer Gleisanschluss, auf dem täglich bis zu drei Güterzüge verkehrten, bot direkten Anschluss an den Bahnhof Karlsruhe West. In Stettin und Danzig wurden 1898 zwei große Spiritusraffinerien erworben. Zur Jahrhundertwende war man größter deutscher Spiritusproduzent und gehörte zu den größten Unternehmen in der Region Karlsruhe. Mit 294 Mitarbeiter waren 30 % aller Arbeitnehmer aus Grünwinkel bei Sinner beschäftigt. 1911 wurde unweit des Mühlengebäudes zusätzlich ein großer Getreidesilo erbaut. Dieser ist noch heute erhalten. Nach der Übernahme der Karlsruher Brauerei Wilhelm Fels 1912 sowie bis 1918 der Aktienbrauerei Altenburg in Sinzheim und der Braurechte der Mühlburger Brauerei AG 1921 wurde Sinner zu einer der größten Brauereien Badens. Zusätzlich zur bisherigen Produktpalette wurden Backpulver, Puddingpulver, Vanillinzucker, Haferflocken, Hafermehl, Stärke sowie Suppenwürze produziert. 1914 folgte der Aufbau einer Fabrikationsanlage für Marmelade sowie der Bau einer Fabrik zur Herstellung von Protol für die Produktion von Sprengstoffen. Der während des Krieges entstandene Mangel an Futtermitteln führte zu einem Verfahren, bei dem aus Melasse und Salzen ein Ersatzfuttermittel hergestellt wurde. Sinner errichtet dazu auf seinem Gelände eine vom Deutschen Reich bezahlte Fabrik zur Herstellung, welche als Erste in Deutschland den Betrieb aufnahm. Nach Ende des Ersten Weltkriegs gingen die Fabriken in Sesto San Giovanni und Luban aufgrund des Versailler Vertrages verloren. Ab dem 24. Februar 1920 firmierte das Unternehmen unter der Bezeichnung Sinner AG. Trotz erheblicher Verluste durch den Krieg hatte Sinner zu dem Zeitpunkt ca. 1.400 Beschäftigte und einen Umsatz von rund 30 Millionen Reichsmark. Man verfügte über eine eigene Krankenkasse sowie eine Fabriksparkasse für die Mitarbeiter, die darüber hinaus auch Unterstützungen und Pensionen erhielten. 1922 wurde für die verschiedenen Betriebe am Standort Grünwinkel eine Glasfabrik zur Flaschenproduktion errichtet. Ein eigenes Kraftwerk mit 14 Dampfkesseln erzeugte Prozesswärme und Strom, die eigenen Druckerei erstellte Etiketten und Drucksachen. Für die Zollabfertigung war eigens ein Steueramt eingerichtet worden.
Weinheim, Baden-Württemberg
31 Dezember
6 EUR